Jakobusweg von Nürnberg nach Konstanz im Sommer 2018

Samstag, 21. Juli 2018-08-21

Nürnberg

Eigentlich sollte unsere diesjährige Pilgerreise von Tillyschanz nach Konstanz gehen, aber wegen fehlender Urlaubstage haben wir abgekürzt und sind erst in Nürnberg eingestiegen. Da unsere Unterkunft etwas abseits vom Weg lag, sind wir am Samstag schon ein Stück des Weges gegangen und haben unseren Pilgerpass mit dem ersten Stempel in der St.-Jakobskirche gefüttert.

In der Eingangshalle der Kirche befindet sich auch das Pilgerbüro, welches aber Samstagnachmittag leider geschlossen hat. Dafür grüßt uns der hl. Jakobus von der Wand, der dem Pilger seinen Segen mitgibt. Eigentlich kann man den Weg   gar nicht verfehlen, wenn man nur den richtigen Symbolen folgt. Diese allerdings zu finden, war auf diesem Weg mehr als beschwerlich, aber dazu später mehr.

Da wir erst am Sonntag gestartet sind, haben wir den Samstagnachmittag noch für einen Stadtbummel genutzt und mussten feststellen, dass Nürnberg auch seine Reize hat.

Sonntag, 22. Juli 2018

Nürnberg – Schwabach –> ca. 26 km

Während wir beim Bäcker unser Frühstück zu uns nahmen, fing es ordentlich an zu regnen, so dass wir in Regensachen  starten mussten und diese den ganzen Tag über nicht ablegen sollten. Der Regen war eigentlich nicht so schlimm (er wurde wirklich gebraucht nach der langen Trockenheit der letzten Tage), aber schlimmer war die mangelhafte Beschilderung, die schon kurz nach der Gartenstadt in Nürnberg begann. Wer bitte schön malt denn mit Edding einen Pfeil da rein?  Das muss man ja übersehen – so wie wir, die wir dann gleich mal einen Kilometer irr gegangen sind. So   sehen ordentliche Wegweiser aus! Jedenfalls führte uns der Weg ein ordentliches Stück am König-Ludwig-Kanal  entlang, was wirklich schön zu gehen war  (abgesehen vom Regen). Nicht nur, dass man einige Schleusen passiert, man bekommt auch noch so manch Wissenswertes dabei mit auf den Weg. Ich wusste gar nicht, dass Tabakpflanzen  sooo groß werden können … Kurz vor Penzendorf passiert man eine wunderschön mit Blumenkästen  verzierte Brücke. Da der Weg aufgrund von Bauarbeiten an der Autobahn verlegt wurde, mussten wir über einen Umweg nach Schwabach gehen, der uns bestimmt 3 km mehr bescherte.

In Schwabach steppte an diesem Sonntag noch der Bär, denn es war Bürgerfest angesagt, was wir uns natürlich nicht entgehen ließen. Schwabach an sich ist ein schnuckeliges Städtchen und die Pilgerherberge dort kann sich sehen lassen in dem altehrwürdigen Gemäuer mit kleinen Fenstern und Türen und tiefhängenden Decken. Vielen Dank allen ehrenamtlichen Helferlein und weiter so !!! Es gibt leider immer noch viel zu wenig Pilgerherbergen in D !

Montag, 23. Juli 2018

Schwabach – Dürrenmungenau –> ca. 18 km

Der Regen hat aufgehört (schade eigentlich für die Natur), so dass wir ganz ohne Regensachen losziehen konnten. Das erste Stück verlief schnurgerade einer Waldautobahn  gleich, aber dann wurde es abwechslungsreicher, als es auf den Steinpilzweg  ging. Wenig später kamen wir an einer Jakobushütte  vorbei, auf deren Bank man so herrlich entspannen und seine Gedanken freien Lauf lassen konnte.  Vielen Dank dafür; solche Hütten könnte es öfters geben 🙂 Wir wanderten zwar nicht auf historischen Wegen, aber manchmal waren die Wegweiser eben doch sehr nützlich. Die Landschaft wechselte zwischen Feldern und Waldwegen und schon von weitem konnte man die mittelalterliche Burganlage von Abenberg erkennen. Dieses Abenberg ist ein charmantes Städtchen mit seinen imposanten Gemäuern, aber als Pilger oder Wandersmann, der um die Mittagszeit dort einschleicht, hat man keine Chance. Da ist tote Hose angesagt. Die Gasthäuser machen entweder erst 17 Uhr auf oder haben Montag und Dienstag sowieso Ruhetag. Und einkaufen – vergiss es. Das einzige „Wirtshaus“ war eine Bäckerei neben einem Supermarkt, das allerdings abseits vom Weg lag, aber uns Erfrischung und was für den Magen bot. Und dort stand auch dieser Spruch an die Wand gemalt, der treffender nicht sein kann:

Nach einer ordentlichen Stärkung also ging es weiter und manches Mal auf unserem weiteren Weg haben wir uns solch eine Raststätte  gewünscht, die leider etwas rar gesät waren. Jedenfalls begrüßte uns am Ortseingang von Dürrenmungenau dieser nette Herr  hier und lud uns zum Verweilen ein, was wir dann auch taten in der Fewo „Alter Saustall“,  gleich im nächsten Haus. Man glaubt es kaum, aber Dürrenmungenau ist zwar klein, aber oho mit seiner St.-Jakobus-Kirche,  in der uns der hl. Jakob herzlich grüßt  und natürlich dem Wasserschloss,   das aber in privater Hand ist und demzufolge für Fremdlinge nicht zugänglich ist. Aber hübsch anzusehen ist es auch von außen 😉

Und hier hat wohl einer Schloss Neuschwanstein  lieb gewonnen, dass er gleich eine Miniaturausgabe davon in seinen Vorgarten pflanzen ließ. Ja, ja, dieses Dürrenmungenau hat es in sich. Es gibt zwar nichts zu kaufen dort, auch keine Lokalität mehr, aber so manch interessante Details  zu entdecken, die einem nicht jeden Tag begegnen.

Dienstag, 24. Juli 2018

Dürrenmungenau – Gunzenhausen –> ca. 26,5 km

Ja, ja, dieser Weg … Auf jeden Fall wollten wir keine 2650 km  gehen, sondern uns einfach nur an der Landschaft erfreuen und sei es nur ein Blick zurück  Aber selbst im dichtesten Wald gibt es einiges zu entdecken, was für einen Pilger manchmal ganz nützlich sein kann. 

Eigentlich dachten wir, dass wir in Kalbensteinberg was zu Trinken bekamen, denn es war schön heiß heute schon, aber wie das so ist in Deutschland:Da es aber schön durch den Wald ging, durch den die Römer  schon gestreift waren  und sich wahrscheinlich auch hier niedergelassen hatten,   war die Hitze noch zu ertragen.

Unweit des Altmühlsees  liegt Gunzenhausen, das ein liebenswertes Städtchen ist, in dem es sich lohnt, mal ein paar Tage zu verweilen. Aber bei uns reichte die Zeit leider nur, um einem nicht sehr lebendig wirkenden Pilger  Hallo zu sagen und den Blasturm von weitem zu bewundern.

Mittwoch, 25. Juli 2018

Gunzenhausen – Heidenheim –> ca. 17 km

Vorbei an einem Stück alter Stadtmauer  ging es gleich am nächsten Morgen hinaus in die weite Welt auf mehr oder minder schönen  Wegen.

Manchmal kommt man auch an  Wegekreuzen vorbei, die aber nicht alle mit einem Bänkchen aufwarten können. Nach einem etwas öden Abschnitt zeigt sich Schloss Spielberg  schon von weitem. Der Wirt in Gnotzheim hat zwar gemeint, wir sollen den direkten Weg nach oben gehen, aber wir haben uns für den Jakobsweg entschieden, der in einem kleinen Umbogen zum Schloss  hinauf geht. Der Weg da hoch war sehr schweißtreibend, denn es war wirklich heiß an diesem Tag und es gab kaum Schatten, aber der Skulpturengarten  im Schloss hat die Mühe wett gemacht und war mal eine willkommene Abwechslung zu holprigen Wald- und schnöden Feldwegen. Ja schade, dass wir unsere Unterkunft schon gebucht hatten, sonst hätten wir sicher dort  genächtigt. Also von Heidenheim  war ich positiv überrascht, denn es hatte alles, was das Pilgerherz begehrt: Lokalität und Lädchen und sogar ein ehemaliges Kloster,   was aber leider im Umbau begriffen war. Somit konnten wir nur einen kurzen Blick hinein und hinter das Gebäude werfen. Der Klostergarten ist aber nicht ohne und lädt mit seinem Heidenbrünnlein  zum Verweilen ein, zumal an so heißen Tagen wie heute einer war. Dafür war das Pilgerzimmer in der Privatunterkunft angenehm kühl, aber ein Paradies für Mücken 🙁

Donnerstag, 26. Juli 2018

Heidenheim – Öttigen –> ca. 18 km

Nach einem einmalig billigen Frühstück auf dem Zimmer und von Mücken zerstochen, sind wir wieder an einem sonnigen Tag losgezogen und haben uns gleich erst mal verlaufen, da das mit der Beschilderung wieder mal nicht geklappt hat. Außerdem hat man den Weg verlegt, der nun über den 7 Quellen Pfad bis zur Schutzhütte   verläuft. Somit hatten wir gleich mal wieder ca. 1,5 km mehr auf dem „Tacho“ und das bei der Hitze!!! Es war wirklich heiß, aber wir haben es so gewollt. Wir mussten ja unbedingt an den heißesten Tagen im Jahr pilgern gehen! Aber Schatten war in Sicht, denn die Hütte lag im Wald.   Ob nun zu Beginn oder Ende des 7 Quellen Pfades, sei dahin gestellt. Aber so etwas haben wir uns später noch oft gewünscht, wenn es schön öde an vertrockneten Feldern vorbei ging und der Schatten der Bäume nicht mal ansatzweise zu uns herüberreichte. Aber hin und wieder mahnten Wegekreuze  oder Minikapellchen an die Bußen, die wir abzugehen hatten (heißt es nicht so: gehet hin und tut Buße?!), aber eben nicht jede lädt auch wirklich zum Verweilen ein. Öttingen selber ist ja bekannt für sein Bier, aber so einen großen Braukessel  als Kreisel zu benutzen hat schon was. Öttingen selber ist ja schon ein imposantes  Städtchen  und es gibt so vieles zu sehen und entdecken,  dass man gar nicht weiß, wo anfangen und wo aufhören. Klar, hätten wir mehr Zeit gehabt, hätten wir noch ins Schloss oder Heimatmuseum gehen können, aber wie das so ist im täglichen Leben, haben auch wir nur eine begrenzte Anzahl von Urlaubstagen zur Verfügung, die wir hier tagtäglich abmarschieren. Lobenswert sei hier noch erwähnt, dass das Gasthaus zur goldenen Gans einen eigenen Pilgerstempel hat, der nun unseren Pilgerpass ziert 🙂

Freitag, 27. Juli 2018

Öttingen – Nördlingen –> ca. 25,5 km

Wir folgten also dem altbekannten Symbol,  was uns aus dem Städtchen führte. Aber ich muss hier leider auch erwähnen, dass dieser gesamte Jakobsweg der mit Abstand am schlechtesten ausgewiesene war, den wir bisher gegangen waren. Denn ohne GPS wären wir verloren gewesen. Gerade auf dieser Etappe, wo es streckenweise nur durch Felder  ging und keinerlei Symbole dir den Weg wiesen. Aber der Herr war mit uns und ließ uns nicht ganz so verzweifeln und führte uns immer wieder auf den rechten Weg  zurück. Und das alles bei der Hitze! Ja, diese Etappe hat alles abverlangt von uns, denn bei 36° C war es nicht eben angenehm da an der Straße  lang zu pilgern und die trockene Luft zu atmen. Aber es sollte noch schlimmer kommen, denn der Weg führte uns dann auf einer alten Römerstraße kilometerlang gerade aus durch trockene oder im Vertrocknen begriffene Felder bis Maihingen, wo wir erst mal an einem Backshop ein Päuschen einlegten. Irgendwann trifft man natürlich schon mal auf Wegweiser, die einen schon schmunzeln lassen.

Oder man trifft auf solche Nachrichten,  bei denen einem das Schmunzeln vergeht, wenn die Zunge am trockenen Gaumen klebt und die Sonne undankbar vom Himmel brennt.

So mussten wir halt „ungelöscht“ weiterziehen und haben uns auch nicht von solchen Wegen abbringen lassen, die ja doch wieder irgendwo enden und sei es an unserem nächsten kurzen Stop in Wallerstein. Da der Weg direkt durch das Nördlinger Ries verläuft, es also total eben und flach ist, ist dieser kleine Hügel  schon von weitem zu erkennen. Und tatsächlich geht doch der Weg auf der einen Seite da hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter.

Eigentlich wollten wir im Brauhaus Fürst Wallerstein  unseren Durst löschen, aber wir waren wieder mal zu früh da, denn diese Lokalität öffnet auch erst abends seine Pforten 🙁 Aber einen interessanten Spruch haben wir von da noch mitnehmen können, den wir euch nicht vorenthalten wollen:  Um weiter nach Nördlingen zu gelangen, mussten wir buchstäblich durch staubtrockene Landschaft,  die Opfer der schon länger anhaltenden Hitzeperiode geworden ist. So heiß war es zuletzt 2003. Aber leider, sagt man auch, dass solche Heißzeiten immer öfter vorkommen werden, dank des Klimawandels. Was für Aussichten …

Dafür aber kommen wir Nördlingen immer näher und „Daniel“,  das Wahrzeichen Nördlingens, ist schon von weitem gut sichtbar.

Endlich haben wir auch die Stadtmauer  von Nördlingen erreicht und sind auf gut Glück hier  untergekommen.

Der Daniel  gehört zur St.-Georgs-Kirche,  in der man auch einen Pilgerstempel bekommt. Ein imposanter Brunnen steht davor, den unzählige Lokalitäten säumen, wo man gut speisen, plaudern und trinken kann. Aber es gibt auch Brunnen,  die vom ehemaligen Treiben der Stadt erzählen, wie diese zwei Händler hier, die per Handschlag ihren Handel oder Tausch kundtun. Und dann gibt es aber noch Brunnen, wie der vor dem Finanzamt, die total modern  und dennoch interessant anzuschauen sind. Aber Nördlingen hat noch jede Menge älterer Gemäuer vorzuweisen. Mit Sicherheit auch das schmalste oder kleinste Gebäude   der Stadt und das mit dem ältesten Schriftzug. 

Samstag, 28. Juli 2018

Nördlingen – Neresheim –> ca. 25 km

Wie schon gesagt, hat uns dieser Weg so einiges abverlangt, was die Ausschilderung anging, denn nachdem wir mit der Kirche einmal ums Dorf sind, sind wir nach einem älteren GPS-Track dann gelaufen, der uns entlang der alten Stadtmauer  aus Nördlingen führte, wo wir endlich mal wieder ein Schild  trafen, das uns den richtigen Weg wies (also die romantische Straße war wesentlich besser ausgeschildert als der Jakobsweg). Und endlich gab es auch mal wieder ordentlich Schatten,  was an den heißen und trockenen Tagen eine wahre Wohltat war. Diese Allee war einfach toll zu gehen und führte uns dann leicht bergauf. Hier waren auch die Bänkchen   noch zahlreich vorhanden, die aber so nach und nach immer rarer wurden. Und wen es interessiert, hier  könnt ihr noch mal nachlesen, wie es eigentlich zum Nördlinger Ries gekommen ist. Irgendwann am anderen Kraterrand jedoch verlor sich der Weg beinahe im Nichts  und es ging weiter den Hügel hinauf bis zu einem netten Rastplatz  mit Gedenkstein an die Schlacht von Nördlingen. Danach ging es weiter durch vertrocknete Graslandschaft  bis zur Burgruine Niederhaus.  Also wer nicht trittsicher ist, dem ist unbedingt von diesem kleinen Umweg über die Ruine (man kann auch unterhalb der Ruine gehen) abzuraten, da sie mit einem kurzen aber gefährlichen Abstieg  auf sich warten lässt. In Christgarten wollten wir eigentlich kurz rasten und was mussten wir da lesen? 

Also wenn diese Lokalität dann auch noch schließt, ist auf dieser Etappe gar keine Einkehrmöglichkeit mehr vorhanden. Sehr schade! Weiter führte uns der Weg an Sonnenblumenfeldern  vorbei, die ebenfalls sehr unter der Trockenheit zu leiden hatten. Auf Grund mangelnder Wegweiser, haben wir die Maria Buch Kapelle verfehlt und sind an der Straße entlang an einem Friedhof vorbei gekommen, um dann schon den ersten Blick auf das Kloster  von Neresheim erhaschen zu können. Das Kloster   ist eine imposante Anlage und man hat von da oben einen herrlichen Blick aufs Städtle unterhalb.

Sonntag, 29. Juli 2018

Neresheim – Giengen (Brenz) –> ca. 22,5 km

Da es sich um fast flache Landschaft handelt, ist die Klosteranlage   noch lange sichtbar und somit noch eine Weile ein stiller Begleiter in unserem Rücken. Dank der anhaltenden Trockenheit gab es kaum noch saftiges Gras, aber Ziegen  sind ja bekanntlich nicht wählerisch und geben sich auch mit trockenen Hälmchen zufrieden, was für eine willkommene Abwechslung entlang des Weges sorgte. Aber auch dieses Prachtexemplar  entlang des Weges wollte unbedingt noch verewigt werden und lud so zu einem kurzen Fotoshooting ein. Also landschaftlich  hatte dieser Weg so einiges zu bieten, schade nur, dass alles so vertrocknet war und manche Bäume   schon ihr Herbstkleid übergestreift hatten. Kurz vor Auernheim dann trafen wir auf diese munteren Gesellen,  die die Hitze jedoch lieber im Schatten auszuliegen suchten.  Der Jakobsweg führte uns dann direkt auf die Kirche in Auernheim zu, die von außen eher unscheinbar wirkt, aber von innen mit einem sehenswerten Hochaltar  auf sich warten lässt, und, es gibt auch einen Pilgerstempel hier 🙂 Weiter ging es teilweise auf dem Weg der Albschäfer  entlang, der quer durch die Schwäbische Alb führt. Da wir ja schon einiges von diesem Weg gewohnt waren, waren wir für jede Art von Wegweiser dankbar und sei es auch in dieser Form.  Leider aber verließen uns dann wieder die Beschilderungen, so dass wir uns durch eine Dschungelähnliche Landschaft  kämpfen mussten und nach Fleinheim dann vollständig die Muschel verloren hatten. Das kostete uns wieder einmal zwei schweißtreibende Kilometer, auf die wir bei der Hitze gern verzichtet hätten! Irgendwann jedoch fanden wir die Muschel wieder  und waren froh, die Maria Schnee Kapelle erreicht zu haben, in der wir erst einmal ein Lichtlein zündeten  und uns von den Strapazen erholten. 

Von da hat man übrigens einen tollen Blick auf Staufen,   das wir allerdings buchstäblich links liegen ließen. Auch den Pilgerstempel haben wir nicht mitgenommen, den es in dieser Kirche  gibt und sich wirklich hervorhebt im Pilgerpass (haben wir bei zwei Pilgerinnen später dann im Pass gesehen). Weiter ging es durch steppenähnliche Landschaft  bis hin zu den „Steinen des Anstoßes“ , die man kurz vor dem Bergbad von Giengen findet.  Nach Giengen hinein geht es an den Sportanlagen und dem Bad wieder abwärts und irgendwann sieht man sie schon, die zwei unterschiedlichen Kirchtürme, die zur Evangelischen Stadtkirche  gehören. Leider waren wir zu spät, sonst hätten wir noch einen Blick hinein werfen können. Dafür blieb uns noch Zeit für einen Stadtbummel  durch dieses schnuckelige Städtchen,  das durch seine Teddys mit dem Knopf im Ohr Berühmtheit erlangte.

Und wo man auch hinschaut, überall grüßen  einen diese lustige Gesellen, auch an dem Hotel zum Lamm,  in dem wir genächtigt haben. Und damit wir auch wussten, wo wir am nächsten Tag lang mussten und wie viel Kilometer uns bei der Hitze erwarten würden, hier noch kurz ein Blick auf den Wegweiser: 

Montag, 30. Juli 2018

Giengen (Brenz) – Nerenstetten –> ca. 22,5 km

Warum mussten wir auch während der Hundstage pilgern? Es war schon heiß beim Loslaufen und gleich nach der Brenz ging es erst mal schön den Berg hoch, was uns total an den Moselcamino erinnert hat. Aber der war weitaus besser ausgeschildert und viel, viel schattiger. In Hürben haben wir kurz gerastet, sind allerdings das Jakobswegle   nicht gegangen, da es noch mal 2,5 km mehr gewesen wären, was wir uns bei der Hitze nicht auch noch antun wollten. Der Turm der Ruine Kalbenberg ragt schon von weitem hervor, aber zur Ruine  hinauf konnte man leider nicht, da sie sich gerade in einer Verschönerungskur befand. Dafür konnten wir Störche  aus nächster Nähe betrachten und ihnen bei der Futtersuche zusehen, was auch nicht ganz alltäglich ist. Eigentlich hätten wir in die Charlottenhöhle  gehen sollen, denn a) wäre es total angenehm vom Klima her gewesen und b) gab es dort einen Pilgerstempel, den unser Pilgerpass nun nicht ziert! Wenn es nur etwas angenehmer von den Temperaturen her gewesen wäre, dann hätten wir es gemacht, aber so haben wir nicht einmal auf dem Platz davor gerastet, sondern sind schnurstracks weiter. Allerdings den Abstecher zum Bettelmannsgrab  haben wir mitgenommen, denn der ging durch schattigen Wald. Eigentlich hätten wir nun wieder auf einem Dschungelähnlichen Pfad weitergehen sollen, aber wir gingen zurück auf die Waldautobahn, bis wir nach Stetten kamen. Die Kirche dort hatte zwar geöffnet, aber einen Stempel gab es nicht.  Dafür bekamen wir einen in der Kirche von Setzingen. Nerenstetten ist wirklich nur eine kleine Seelengemeinde, aber in der Kirche dort gibt es einen Pilgerstempel, die Zimmer im Landgasthaus Adler sind tiptop und die Küche ist gute alte Hausmannskost. Ach ja, einen Hofladen hat es noch, aber der hatte bereits geschlossen, als wir dort eintrudelten.

Dienstag, 31. Juli 2018

Nerenstetten – Ulm –> ca. 25 km

Das einzige, was immer geblüht hat und dem die Hitze wohl nichts anhaben konnte, waren die Kornblumen,  die überall am Wegesrand oder auf den Feldern wuchsen. Irgendwie hatten wir das Gefühl, diese Hitze würde nie vergehen, denn es war schon wieder gut warm beim loslaufen und es ging zu allem Überdruss auch noch viel durch wirklich staubtrockene Felder,  auf denen wohl dank der Trockenheit nichts mehr zu ernten war. An der Kirche in Albeck  trafen wir zum letzten Mal auf Constanze und Silva, die den Weg nur bis Ulm gehen wollten. Das Schloss von Albeck  ist heute in privater Hand, daher die Räumlichkeiten nicht einsehbar, aber imposant anzusehen ist es allemal. Bei dieser Affenhitze kommt jedes Bänkchen  wie gerufen und sollte auch für eine Rast genutzt werden und sei sie noch so klein und schrömmelig, zumal an einem so tollen Ort  mit Wasserrädchen in der Wiese. Wo bekommt man so etwas schon geboten? Kurz vor Thalfingen kommt man an einer Kirche   vorbei, die von außen wieder unscheinbar wirkt, aber mit edler Eleganz im Innern aufwartet.

Auch der Wegweiser   davor ist imposant, damit man nicht aus Versehen sein Ziel aus den Augen verliert. Nach Thalfingen ging es noch mal ein gutes Stück durch den Wald  (dem Himmel sei Dank), bevor es dann an der Donau entlang  ging, auf einem Weg, an dessen Rändern die kleinen Bäumchen kaum wirklich Schatten spenden konnten. Es war schweißtreibend, aber das Ziel so nahe … Irgendwann verließen wir dann den Weg an der Donau und schritten durch eines der vielen Tore  in Ulm ein, um gleich darauf erst mal dem Münster  171415 einen Besuch abzustatten.

Mittwoch,01. August 2018

Ulm

Da Ulm eine schicke Stadt ist  und wir es uns verdient haben, haben wir heute einen Tag Pause eingelegt und die Stadt erkundet.  Da es unter einer Führung angenehmer und interessanter ist, haben wir uns solch einer angeschlossen und dabei so allerhand Wissenswertes über Ulm erfahren. Angefangen haben wir natürlich im Münster,   dessen Kirchturm der höchste der Welt ist. Diesen kann man auch besteigen, haben wir aber nicht. Wir bleiben lieber am Boden und erkunden so unsere Umgebung. Also, in Ulm gibt es nicht nur den höchsten Kirchturm, sondern auch den schiefen Turm,  das schöne Haus,   das schiefe Haus,  das Schwörhaus,    ebenso das Kässbohrer Haus. Natürlich sind wir auch dem Ulmer Spatz  begegnet und dann weiter durchs Fischer –und Gerberviertel  getigert, wo man sich früher noch per Handschlag  über einen Handel geeinigt hatte. Auch haben wir die Grenze  von Baden-Württemberg nach Bayern überquert und Neu-Ulm einen Besuch abgestattet, um danach über den Rosengarten  wieder in das historische Ulm zu gelangen. Interessant und von vielen wahrscheinlich unbemerkt einfach „übergangen“ ist die Scheibe im Boden  vor dem Münster mit den Kilometerangaben zu verschiedenen Städten auf dieser Welt.

Donnerstag, 02. August 2018

Ulm – Oberdischingen –> ca. 21 km

Da wir nicht wieder durch die Stadt wollten, haben wir abgekürzt und sind gleich über den Bahnhof wieder in den Jakobsweg eingestiegen. Bis zur Martin-Luther-Kirche  war es auch kein Problem, aber danach war es eine einzige Baustelle und die Muscheln Mangelware. Bis zum Kuhberg hoch zog sich die Baustelle   und die Brücke,   über der der Weg eigentlich führen sollte, war zu allem Überdruss auch noch gesperrt. Das konnte auch der kleine Rastplatz  in der Nähe der Brücke nicht wett machen, hieß es doch wieder einen Umweg gehen, um voran zu kommen. Irgendwie haben wir es ohne Beschilderung und dank GPS dann doch geschafft und nach Ulm öffnet sich die Landschaft wieder und man hat einen herrlichen Blick auf das weite Donautal. In der Jakobskirche  in Grimmelfingen gab es einen Stempel und auf dem Erbacher Schlossberg  haben wir Rast gemacht. In der Marienkapelle  auf dem Schellenberg haben wir auch kurz inne gehalten und wer noch eine Übernachtungsmöglichkeit  in Donaurieden sucht, der möge doch bitte hier anklopfen.  Und das Wegekreuz  hier steht nicht einfach so da, sondern zeigt euch gleichzeitig an, in welche Richtung ihr weiter gehen müsst. Die katholische Pfarrkirche in Oberdischingen ist sehr imposant mit ihrem Kuppelbau, was man nicht alle Tage zu Gesicht bekommt.

Das Cursillo-Haus St. Jakobus (wo wir genächtigt haben), ist zwar das letzte Haus im Dorf, aber es ist wunderschön  gestaltet und verfügt über einen hübschen Garten,  in dem man so richtig ausspannen und entspannen kann.

Freitag, 03. August 2018

Oberdischingen – Äpfingen –> ca. 22,5 km

Bevor wir Oberdischingen verlassen, werfen wir doch noch einen Blick in die ans Cursillo-Haus grenzende Kirche  hinein und lassen uns verzaubern von deren Pracht. Es war wieder mal heiß an diesem Tag und bis Rißtissen kamen wir gut voran, aber mit dem Golfplatz danach hatten wir so unsere Probleme. Wer hätte auch die kleinen Pfeile, mit Heftpflaster hingeklebt, über und unter der Muschel wahrgenommen? Jedenfalls hätten wir vor dem Golfplatz links gemusst, wir sind aber schön gerade aus weiter, über den Golfplatz drüber, bis wir an der Josephskapelle rauskamen, was definitiv verkehrt war. Also wieder zurück und den richtigen Weg über die Marienkapelle marschieren. Das war auch ein gutgemeinter Ratschlag   neben einem Wegekreuz, welchen wir aber nicht beherzigten, da es keinen Schatten gab. Ja, ja, dieser Weg hatte es wirklich in sich, denn wenn es schon mal Muscheln gab, waren die auch noch so versteckt angebracht,  dass wir wirklich manchmal zu den reinsten Muschelsuchern mutierten. Auch dieser Rastplatz  ist gut gemeint, aber bei 36° C unbrauchbar, da die Bäumchen erst noch wachsen wollen, bevor sie dann Schatten spenden können. Das Kirchlein in Äpfingen liegt direkt am Jakobsweg (wie auch der Gasthof Adler), ist aber sehr schlicht  von der Innenausstattung gehalten. Aber es gibt einen Pilgerstempel hier 🙂

Samstag, 04. August 2018

Äpfingen – Muttensweiler –> ca. 23,7 km

Also mit der hochbarocken Innenausstattung  der Pfarrkirche in Lampertshausen kann das kleine Kirchlein in Äpfingen nicht mithalten, aber muss sie ja auch nicht. Denn auch eine schlichte Eleganz kann etwas ganz Natürliches und Ungezwungenes ausstrahlen. Es muss ja nicht immer so pompös sein! In Biberach  sollte man eigentlich auch Station machen, da es einfach ein schmuckes Städtchen  ist. Da wir aber keinen Tag Urlaub mehr übrig hatten, mussten wir weiter und durch Biberach durchlaufen.  122000  Leider. Dafür ist der Weg am Wolfentalbach entlang angenehm zu gehen und wir haben uns heute noch nicht einmal verlaufen 🙂 Beinahe hätten wir das   auch gemacht, weil es wieder so heiß war und es an Einkehrmöglichkeiten fehlte.   Aber das Ziel rief und war nicht mehr weit, so dass wir einfach weiter marschierten. Die St. Bartholomäuskapelle in Grodt  ist ein kleines Kleinod an der Hauptstraße und fast zu übersehen, aber innehalten lohnt 🙂 Auch die Pfarrkirche in Muttensweiler  muss besucht werden, denn die Innenausstattung   lässt die Herzen höher schlagen und es gibt einen Pilgeraufkleber. Eigentlich wollten wir  bis Steinhausen laufen, aber da gab es keine Übernachtungsmöglichkeit mehr, so dass wir im Gasthof Löwen   in Muttensweiler unterkamen, was sich als die bessere Wahl erwies.

Sonntag, 05. August 2018

Muttensweiler – Bad Waldsee –> ca. 23,5 km

Von Muttensweiler bis Steinhausen läuft man schön an einem Bach entlang, an dem man extra für Pilger  einen Rastplatz   eingerichtet hat. Finde ich echt nett. Danke schön dafür 🙂

Man sagt, die Wallfahrtskirche St. Peter und Paul  in Steinhausen sei die schönste Dorfkirche der Welt – und ja, es ist nicht gelogen. Von außen  wie von innen!  Aber irgendwie hat sie mich doch auch an die Kapelle  in Birnau erinnert …  Weiter führte uns der Weg am Franzosengrab  vorbei bis hin zu einem Aussichtspunkt mit Bänkchen, was aber etwas abseits des Weges lag. Aber dort kurz zu rasten lohnt, denn der Ausblick ist einfach grandios und man könnte Stundenlang da sitzen bleiben und seinen Gedanken freien Lauf lassen. Die katholische Pfarrkirche St. Georg  in Winterstettenstadt ist klein aber fein  und verfügt sogar über einen Pilgerstempel. Solche Wegweiser hätten wir uns öfter gewünscht, aber das waren Wunschgedanken, denn wie schon so manches Mal zuvor hätten wir beinahe unsere Schuhe an den Nagel gehängt, weil wir uns wieder mal auf Grund fehlender Muscheln verlaufen hatten und unser Blick nicht nur einmal über weites, flaches Land  strich. Kurz vor Oberessendorf  wurde der Weg wieder einmal verlegt, der uns dann aber an der Egidius-Kapelle vorbeimanövrierte, wo wir sogar einen Stempel bekamen. In Mittishaus war Bürgerfest angesagt, was wir uns auch bei dieser Hitze nicht entgehen lassen wollten, gab es doch was zu Trinken dort und fürs Auge eine Oldtimershow  mit Automobilen und Trekkern.  Um wohl nicht zu verzagen unterwegs, gab uns Maria  ein paar Grüße mit auf den Weg, der uns bald nach Bad Waldsee führte.

Bad Waldsee  ist ein schmuckes Städtchen mit zwei Badeseen im Herzen der Stadt, die gerade bei diesem Wetter zum planschen und abtauchen einluden. Uns war eigentlich auch zum Abtauchen zumute, aber auf Grund fehlender Badebekleidung genossen wir unseren Bummel durch die Stadt  und erfreuten uns an dem schönen alten Gemäuer  links und rechts des Weges. 

Montag, 06. August 2018

Bad Waldsee – Ravensburg –> ca. 27 km

Aus Bad Waldsee führte uns der Weg am Schloss  vorbei, von dem man aber nicht viel sieht. Außerdem haben da Juristen und Ärzte ihre Büros, so dass eine Besichtigung ausgeschlossen ist. Es war wieder ein heißer Tag und es ging wieder oft an Straßen entlang, was das Laufen nicht eben angenehm machte. Aber kurz hinter Gwigg muss es gewesen sein, da stießen wir auf die von privater Hand errichte St. Sebastianus Kapelle,  in der es sogar einen Pilgerstempel gab. Ja, und wenn man keine Muschel als Kachel zur Hand hat, behilft man sich eben mit einem Edding.  Da kann man sich allerdings nur wünschen, dass der Baum nicht so schnell gefällt wird … Manchmal gibt es auch unterwegs diverse Schilder,  die einen irgendwohin einladen sollen, aber da wir nicht vorhatten, dort zu nächtigen, zogen wir einfach weiter bis zur nächsten Hütte  wo wir kurz pausierten. Und hätten wir gewusst, was uns danach erwartete, wären wir doch lieber auf der Waldautobahn weitermarschiert, denn der nächste Wegabschnitt  war beinahe unpassierbar. 

Aber wir kämpften uns durch und hofften, in dieser Lokalität  ein erfrischendes Getränk zu bekommen. Doch weit gefehlt:  Ähm, ja, sehr aufschlussreich dieses Schild. Hat es nun an Sonn- und Feiertagen geöffnet oder nicht???  Nun ja, also marschierten wir weiter durchs Schussental,  bis wir von weitem schon die Basilika von Weingarten  erkennen konnten. Die Basilika ist von innen  wie von außen  ein imposanter Bau, aber ohne Stempel. Nein, bis Santiago  wollten wir heute nicht, nur bis Ravensburg. Also machten wir in Weigarten nur kurz Rast, zogen dann am Kapellchen  vorbei, bis wir gegen 16 Uhr in Ravensburg  am Hotel zum Storchen ankamen und dort gleich eincheckten. Bei unserem anschließenden Stadtbummel mussten wir feststellen, dass Ravensburg nicht nur die Stadt der Spiele, sondern auch die Stadt der Türme ist. Also wenn wir genug Zeit gehabt hätten, hätten wir hier mit Sicherheit auch einen Tag Pause eingelegt, aber so blieb uns nur der Blick von außen,  von weitem  und von unten  auf die Türme.

Dienstag, 07. August 2018

Ravensburg – Ettenkirch –> ca. 18 km

Da es nur eine kurze Etappe heute war, haben wir etwas länger geschlafen und sind den Tag etwas langsamer angegangen. Allerdings mussten wir auch heute wieder extrem viele Muscheln suchen, denn diese waren manchmal wirklich nicht einfach  oder gar nicht zu finden. Hat man aber erst mal die Brücke passiert, kann man noch mal  einen Blick zurück auf die Stadt der Türme erhaschen und gleichzeitig auch schon den ersten Blick auf das wunderschöne Alpenpanorama des Bodensees. Ging es gestern noch ziemlich oft an Straßen entlang, konnten wir heute wunderschön durch den Wald   marschieren, was wirklich angenehm war und bei der Hitze richtig gut tat. Besonders der Weg durch den Adelsreuter Wald war leicht zu laufen, auch wenn man mal wieder den Weg verlegt hatte.  Irgendwann jedoch fanden wir unseren Weg wieder und konnten uns dann entscheiden, welche Variante  wir nehmen wollten. Durch die Verlegung des Weges sind wir allerdings auch an keinem einzigen Kapellchen vorbeigekommen, was ich eigentlich schade fand. Kann man doch da immer mal innehalten und kurz verschnaufen. Doch irgendwann ließen wir den Wald dann hinter uns und mussten ein Stück an der Schussen entlang, was ebenfalls  angenehm zu laufen war. Hier merkt man jedoch schon deutlich den Einfluss der Bodenseeregion, denn von nun an säumten Obstplantagen unseren Weg und hin und wieder konnte man einen Blick auf das grandiose Alpenpanorama erhaschen. In Brochenzell kann man rasten, muss man aber nicht. Wir haben im Gasthof zur Waldschenke eine kleine Erfrischung zu uns genommen und sind dann weiter nach Ettenkirch. Eigentlich wollten wir im Hotel Krone nächtigen, aber dort war kein Zimmer mehr zu haben, so dass wir noch ein paar hundert Meter weiter zum Hotel Sonne  mussten, das aber auch direkt am Jakobsweg liegt.

Mittwoch, 08. August 2018

Ettenkirch –Meersburg –> ca. 23 km

Kurz nach Ettenkirch schon kamen wir an einer wunderbaren Einrichtung  vorbei, an der wir uns fragten, warum es so etwas nicht öfter gibt? Das ist doch eine geniale Erfindung und gehört eigentlich überall hin, wo es sonst nichts zu kaufen gibt. Jedenfalls hat man auf diesem Stück Weg mal ordentlich der Pilger gedacht  und wunderschöne Rastplätze  angelegt, die zum Verweilen und Auftanken regelrecht einladen. 

Die Landschaft  wird hier schon hügeliger und hin und wieder kann man ein wenig Schatten genießen. Das hier  ist auch so ein toller Rastplatz, den man sogar mit einem eigenen Pilgerstempel  ausgestattet hat, der allerdings auf Grund mangelnder Stempelfarbe keinen Abdruck mehr hergab. Kurz darauf ging es auf dem Kreuzweg  bis zur Mauritiuskapelle. Diese war allerdings verschlossen, so dass wir den Stempel von dort in der Touriinfo  in Markdorf bekamen. In der Pfarrkirche St. Nikolaus  gibt es aber auch einen Stempel, der natürlich nicht fehlen durfte im Pilgerpass. Markdorf  ist ein schnuckeliges Städtchen  und ich könnte mir vorstellen, hier auch mal ein paar Tage Urlaub zu verbringen, so schön  ist es hier und so vieles gibt es zu entdecken.  Weiter führte uns der Weg an Artischockenfeldern  vorbei und durch unwegsames Gelände,  wo wir wieder mal nicht wussten, ob wir richtig oder falsch waren. Aber irgendwann kam der Bodensee in Sicht und man konnte sie schon von weitem ausmachen: Die Zigarren der Lüfte. 

Irgendwann am frühen Nachmittag haben wir  erreicht und konnten im Hotel Bären am Obertor  absteigen, was direkt gegenüber dem fast zugewachsenen  Hotel Löwen liegt.

Donnerstag, 09. August 2018

Meersburg

Also so viel Zeit muss sein. Wenn wir schon mal am Bodensee sind, wollen wir auch noch ein bisschen was sehen von hier. Also machten wir auch hier einen Tag Pause und begannen den Tag mit einer Schifffahrt nach Lindau. Zur frühen Stunde war schon allerhand los im Hafen  und das Schiffchen dann doch schon gut gefüllt. Erst saßen wir draußen und konnten so einen schönen Blick auf Meersburg  und die Zigarren der Lüfte  erhaschen, dann verzogen wir uns nach drinnen, weil es einfach zu heiß auf dem Deck des Schiffes wurde. Schon alleine die Einfahrt   in den Hafen von Lindau ist ein Erlebnis, und der Hafen  wohl weltweit bekannt. Lindau selber  ist auch immer wieder eine Reise wert und es gibt immer wieder etwas mehr zu entdecken. 

Freitag, 10. August 2018

Meersburg – Konstanz –> ca. 6,5 km (auf dem Landweg)

Eigentlich wollten wir noch mal in die Kirche, einen Stempel holen, aber diese hatte so früh am Tag noch nicht geöffnet, so dass uns nur dieser schöne Blick auf ein paar Gebäude der Oberstadt geblieben ist. Also trabten wir ungestempelt hinunter  zur Fähre, die uns nach wenigen Minuten hinüber nach Konstanz brachte.  Dort gingen wir (diesmal absichtlich) nicht den Jakobsweg, sondern nahmen den romantischeren Weg rund oder entlang des Bodensees, da dieser einfach schöner zu gehen ist. Wir kamen am alten Wasserwerk vorbei,  an einer schlossähnlichen Villa,  und trafen letztlich doch wieder auf „unseren“ Jakobsweg, von dem man später schon einen ersten Blick auf das historische Konstanz  erhaschen konnte.  Irgendwann langten wir auch am Münsterplatz an  und gingen schnurstracks ins Münster, um uns den finalen Stempel für diese Etappe geben zu lassen. Klar, wir hätten auch noch weiter  gehen können,   aber 390 km mussten erst einmal reichen und außerdem hatten wir doch keinen Urlaub mehr 🙁

Das Fazit dieser Pilgerreise: Es war heiß, es war teilweise staubtrocken, es war mitunter miserabel ausgeschildert, aber landschaftlich sehr abwechslungsreich. Danke dafür 🙂

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