Der Westweg 2014 (Westvariante) und 2015 (Ostvariante)

Westweg – Westvariante

Montag, 12. Mai 2014

(Karlsruhe) – Pforzheim – Dobel – 28 km

An diesem Montag, der noch trocken startete, traten wir unsere Wanderung auf dem Westweg, einem Premiumwanderweg, ziemlich früh an. Klar, wir hätten schon von daheim loslaufen können, aber wie immer saß uns die Zeit im Nacken, so dass wir das erste Stück bis Pforzheim mit der S-Bahn fuhren. Dort genehmigten wir uns erst einmal ein ordentliches Frühstück, um danach an der „Goldenen Pforte“

bei sehr durchwachsenem Wetter los zu laufen.

An der „Goldenen Pforte“ beginnen die drei Wanderwege,

welche man den „Ostweg“, „Mittelweg“ und „Westweg“ nennt. Der „Westweg“ allerdings ist der wohl bekannteste und soll wohl auch der schönste von den dreien sein, Premiumwanderweg eben ;-). Nun ja, das wollten wir selber prüfen und begaben uns wie gesagt begleitet von ein paar Regentropfen an den Start. Für Mitte Mai war es ziemlich frisch, zum Wandern jedoch ideal.

Kurz nach Pforzheim schon stießen wir auf Berni, die allein das Abenteuer Westweg wagen wollte, die sich uns dann aber anschloss, denn so ganz allein wandern ist halt auch nichts.

Über die Grösselbachfurt ging es dann weiter bis nach Neuenbürg, wo wir gedachten, uns in einem Restaurant niederzulassen, um aus den Regenjacken zu kommen. Mittlerweile jagte ein Schauer den anderen und machte das Wandern nicht eben leichter. Wir hatten echt Hunger, wollten unseren Schultern eine kurze Verschnaufpause und unseren Mägen etwas Gutes gönnen, aber es war wie verhext. Klar, es war Montag – und montags hat in Deutschland alles Ruhetag: das Wanderheim kurz vor Neuenbürg, das Schloss ebenfalls und in Neuenbürg selber hatte wirklich nur der Dönerladen geöffnet. In diesem ließen wir uns dankbar nieder, denn es fing schon wieder an zu schauern. Das Essen war Klasse und der Yufka war für Berni (die aus dem Tiroler Eck in Österreich kommt) sowieso Neuland, d. h. sie hat so etwas noch nie zuvor gegessen gehabt.

Als der Schauer endlich nachließ, machten wir uns wieder auf die Socken und wanderten dann weiter an scheinbar nicht enden wollenden Ginsterfeldern vorbei,

mit einem hübschen Blick zurück auf Neuenbürg.

Unser nächster Halt war die Schwanner Warte,

an der man hätte schon nächtigen können, aber dafür war es noch zu früh Schade nur, dass heute Montag war und auch hier das heilige Wort „Ruhetag“ uns entgegen hallte, uns den Aufstieg versperrte und somit die Aussicht auf eine vielleicht wunderbare Umgebung stahl. Dafür genossen wir ein kleines Päuschen auf dem Bänkchen davor.

Auf dem Engelsweg, der danach folgte und teilweise einer Waldautobahn glich, jedoch originell und einfallsreich gestaltet war, ging es dann bis Dobel. Interessant anzusehen war auch das Felsenmeer der Volzemer Steine,

kurz vor Dobel. Das war noch mal eine willkommene Abwechslung zur doch recht schnöden Waldautobahn.

Erschöpft und doch froh, die erste Etappe trotz Regens trocken geschafft zu haben, erreichten wir das „Gästehaus Hillmann“ gegen 18 Uhr – rechtzeitig vor dem nächsten Guss.

 

Dienstag, 13. Mai 2014

Dobel – Forbach- 27 km

Nein, es war kein schöner Morgen, denn es war nebelig, ziemlich frisch und hin und wieder fiel etwas Nasses von oben herunter. Aber wir konnten nicht liegen bleiben, sondern mussten weiter; die nächste Etappe rief, auch bei solchem Wetter Also ließen wir die wohl längste, je gesehene, Bank

rechts liegen und wanderten durch Nebelschwaden

hindurch auf einem originell gestalteten Weg, nennen wir ihn mal den Bankenweg. Denn dieser war wirklich geschmückt mit einfallsreich gestalteten Bänken,

die das Ausruhen (natürlich nur bei schönem Wetter) zum Genuss werden lassen.

Wir hingegen zogen weiter unseres Weges, stießen am Weithäusleplatz wieder auf Berni, die im „Hotel Talblick“ in Dobel übernachtet hatte und kehrten zu Mittag im „Hotel Sarbacher“ in Kaltenbronn ein. Der Kachelofen war gut beheizt (und das Mitte Mai – aber so isses halt im Schwarzwald, da kann es auch im Mai noch mal schweinekalt werden), so dass wir länger pausierten als gewollt. Es war aber auch ein schauriges Wetter, denn ein Regenguss jagte den anderen. Aber an aufgeben dachte keiner, denn auf jeden Regenschauer folgt auch wieder Sonnenschein

Nach diesem ordentlichen Mahl jedenfalls ging es gestärkt weiter auf weniger schönen Wegen

am Hohlohsee

 

 

 

 

 

vorbei bis hin zum Hohlohturm,

von dem man eine gigantische Aussicht auf den Nordschwarzwald genießen kann. Hier legten wir erneut ein Päuschen ein und erklommen danach den Latschigfelsen,

 

von dem man einen wunderbaren Blick ins Murgtal hat.

 

 

Über abwechslungsreiche Wege

 

 

 

 

 

durch den Schwarzwald gelangten wir zum

 

Hexenbrunnen

kurz vor Forbach, wo sogar der Himmel aufriss und die Sonne kurz zum Vorschein kam Mit allen Sinnen

konnten wir somit diese Blütenpracht genießen

und trafen bei strömenden Regen bei Frau Merkel gegen 18 Uhr ein, die ein nettes Privatzimmer im Souterrain zu vermieten hatte.

 

Mittwoch, 14. Mai 2014

Forbach – Mummelsee – 25 km

Bevor wir weiter wanderten, schauten wir uns kurz in Forbach um,

denn die historische Holzbrücke

wollte ich unbedingt gesehen haben. Danach folgte unser erster steiler Anstieg zur „Maria-Hilf-Kapelle“, die allerdings geschlossen hatte.

Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass nun ein Anstieg den nächsten jagte, denn auch wenn der Regen langsam nachließ, ging es über steinige, vermatschte Wege

bis zur Wegscheidhütte, wo wir auf Berni trafen, die eine andere Übernachtungsmöglichkeit in Forbach gewählt hatte. Nach einer kurzen Plauderei ging es weiter durch Schlamm und Geröll

 

 

 

 

bis zum  Schwarzenbachstausee,

wo wir uns aber nur ganz kurz niederließen.

 

 

 

 

Auf der Badener Höh

dann legten wir unsere Mittagspause ein, ohne einen Weitblick von da genossen zu haben, denn dank der ohnehin schon zahlreichen Anstiege, wollte keiner mehr die Stufen den Turm hinauf.

Da wir uns ja schon auf ca. 1000 Meter Höhe befanden, konnten wir hin und wieder doch ein paar romantische Weitblicke

 

über den Schwarzwald genießen, der mitunter ja gar nicht so schwarz ist.

 

 

 

 

 

Ja, ja, dieser Premiumwanderweg hat es in sich, ich kann euch sagen –besonders nach schlechtem Wetter – da wird so mancher Weg

 

zum kleinen Bächlein oder zur reinsten Kletterpartie. Und bei manchen Wegen

würdest du nicht vermuten, auf einem Premiumwanderweg unterwegs zu sein …

Über hochmoorige Bergkuppen

 

ging es am Nachmittag an der Hornisgrinde

 

 

 

 

und am Bismarckturm vorbei,

 

 

wo wir wieder einen fantastischen Ausblick genossen

 

 

 

und irgendwie nicht genug vom Schwarzwald

mit seinen Höhen und Tiefen, dunklen Wäldern und saftigen Wiesen bekommen konnten.

Am späten Nachmittag trafen wir dann am „Hotel Mummelsee“

ein und waren begeistert von unserem Zimmer mit Seeblick. Das Hotel war ja mal abgebrannt, aber man hat es wieder hergerichtet und 2010 neu eröffnet. Und ich muss sagen, auch wenn die Preise deftig sind, aber man bekommt ordentlich was geboten dafür. Chapeau!

 

 

 

 

 

 

 

Donnerstag, 15. Mai 2014

Mummelsee – Zuflucht 23 km

Da wir uns ja immer noch auf ca. 1000 Meter Höhe befanden, konnten wir wieder so manch Weitblick

auf unserer Wanderung genießen.

Was mir auch neu war, ist die Tatsache, dass sich dieser Weg durch den Nordschwarzwald teilweise durch moorige Landschaft schlängelt, was natürlich auch seinen Reiz hat. So wurden wir auf neu verlegten Holzbohlen

 

 

 

trockenen Fußes durch das Hochmoor geleitet und begegneten dabei so manch lustigem Gesellen.

 

Auf dem teilweise noch immer matschigen Weg

 

 

 

zum Schliffkopf hinauf, kamen wir an einer Sprungschanzevorbei, die ich lieber nicht betreten wollte.

 

Auf dem Schliffkopf werden die Bäume

 

 

 

 

nicht besonders hoch, aber dank Lothar,

der im Dezember 1999 hier in Baden-Württemberg sein Unwesen trieb, bieten sich einem noch interessante Aus- und Weitblicke

 

 

in und über den Schwarzwald.

In Zuflucht verabschiedeten wir uns von Berni, denn sie hatte ein Zimmer in Kniebis gebucht und wir in der ehemaligen Jugendherberge in Zuflucht. Eigentlich hatten wir ein Doppelzimmer im Hotel gebucht, bekamen aber (dank einer vor uns eingetroffenen Reisegruppe) das letzte Zimmer in der ehemaligen Jugendherberge im vierten Obergeschoss unterm Dach, ohne Fernseher, ohne Kleiderschrank

und mit Gemeinschaftsdusche und – WC am Ende des Ganges für schlappe 40 € pro Nase! Das war mehr als frech, zumal die letzte Renovierung

 

schon ein Weilchen her gewesen zu sein scheint.

Aber Berni ist es nicht anders ergangen, wie sie uns am nächsten Tag erzählte, denn a) war es total abenteuerlich zu ihrem Hotel (abseits des Westweges)in Kniebis zu gelangen und b) ließ das Personal sehr an Freundlichkeit und Service zu wünschen übrig.

 

Freitag, 16. Mai 2014

Zuflucht – Auf der Hark 19 km

Der Morgen fing noch frisch an, aber von Regen keine Spur mehr Ich glaube, den haben wir nun echt hinter uns gelassen, hat der uns doch die ersten vier Tage genug geärgert!

Aber die Wege waren noch immer matschig

und man musste höllisch aufpassen, da nicht auszurutschen und im Matsch zu landen. Zwischendurch genossen wir das eine

 

oder andere

 

Panorama, wobei ich mich frage, wohin der Blick bei letzterem Bild wohl gehen soll – auf die Bäume davor, von denen es im Schwarzwald eh genug gibt?

Nichtsdestotrotz hat Lothar auch sein Gutes gehabt, denn er verwüstete zwar nicht nur den Wald, sondern legte auch Schneisen

frei, die einen herrlichen Blick auf die Schwarzwaldtäler freigeben.

 

Die Teufelskanzel ließen wir links liegen und wagten dort keinen Blick hinab. An der Hildahütte machten wir die erste größere Pause und wollten gerade aufbrechen, da stieß Berni wieder zu uns. Also ließen wir auch sie verschnaufen und erfuhren hier ihre Story von ihrer Unterkunft in Kniebis. Zusammen ging es dann weiter zur Lettstädter Höhe und zum Glaswaldseeblick,

wo wir wieder kurz die Schultern entspannten. Man hat aber auch einen herrlichen Blick von hier oben …

 

Ach ja, und die Tore wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten, durch die man hin und wieder auf dem Westweg spaziert und sich sogar bestempeln lassen kann. Dieses war also Tor Nummer Fünf,

dem schon bald der erste Blick ins Kinzigtal folgte.

Aber auch auf diesem Stück des Weges forderte der Tagelange Regen zuvor seinen Tribut und ließ ganze Hänge

ins Rutschen kommen.

Über die Littweger Höhe und den Harksattel gelangten wir kurz nach 15 Uhr am „Harkhof“ an.

 

 

 

Der „Harkhof“ liegt wirklich idyllisch

und hier gab es den besten Honig zu essen, den ich je probiert habe. Warum? Weil er aus eigener Herstellung stammt und total naturbelassen war.

Da wir ja noch genug Zeit hatten, machten wir (diesmal nicht zu Fuß, sondern mit dem Taxi) noch einen Abstecher nach Zell am Harmersbach. Das ist auch so ein tolles Städtle, dessen Flair

und Schwarzwaldcharme man sich nur schwer entziehen kann.

 

 

Samstag, 17. Mai 2014

Auf der Hark – Hausach ca. 15 km

Es war wohl der erste Tag dieser Wanderung, an dem uns schon am Morgen die Sonne von einem blauen Himmel ins Gesicht schien und uns voller Elan unsere nächste Etappe in Angriff nehmen ließ. Heute waren es ja auch nur so um die 15 km, also etwas zum Entspannen. Mit Entspannung allerdings hatte der Anstieg vom „Harkhof“ zurück auf den Weg nichts zu tun, denn dieser war heftig und ließ uns jeden einzelnen bereits zurückgelegten Meter schmerzvoll an den verschiedensten Stellen im Körper spüren. Aber oben angelangt, genossen wir noch einmal einen tollen Blick zurück

und dachten wohl auch an das leckere Essen vom Vortag dabei.

Nach diesem heftigen Anstieg ging es gemäßigt weiter und doch sanft bergab, denn es sollte ja hinunter ins Kinzigtal gehen.

An der Hohenlochenhütte

hatten wir Glück, denn hier hinauf haben zwei treue Seelen vom Schwarzwaldverein Kaffee und Kuchen aus dem Tal geschleppt, um die Wandersleut‘ so zu verköstigen. Gegen eine kleine Spende war natürlich nichts einzuwenden, denn wenn das schon zu Fuß hochgeschleppt werden muss (mit dem Auto ist da nix), dann soll man auch belohnt werden dafür.

So wohlgestärkt konnte es dann weitergehen und wenig später passierten wir den „Käppelehof“, der Montag und Dienstag Ruhetag hat (klar, wann sonst …). Aber wir brauchten ja nicht mehr einzukehren, waren wir doch noch gestärkt vom Kaffee und Kuchen der beiden Frauen vom Schwarzwaldverein

Später kamen wir am Weißen Kreuz

und Spitzfelsen vorbei und gelangten über den Kinzigsteg hinunter nach Hausach.

 

 

 

 

 

Kurz bevor wir zu unserer Herberge

„Hotel Gasthaus zur Eiche“ gelangten, mussten wir wieder ein Tor passieren.

 

Da wir ja nur 15 km unterwegs waren, hatten wir also noch genug Zeit, um uns Hausach näher anzuschauen, was nicht ganz so den Charme von Zell am Harmersbach versprüht, aber für einen längeren Schwarzwaldurlaub auch recht idyllisch gelegen ist.

 

Sonntag, 18. Mai 2014

Hausach – Vesperstube Siberberg 19 km

Da wir dieses Mal in der gleichen Herberge genächtigt hatten, konnten wir also gleich zu dritt bei schönstem Sonnenschein losmarschieren. Um wieder auf die Höhe zu kommen, mussten wir erneut hoch hinaus, konnten aber so noch mal einen tollen Blick

auf Hausach genießen. Und diese lustigen Gesellen

trafen wir unterwegs auf dem Kreuzbergweg, der uns an der Burg Husen vorbeilotste.

Bevor es allerdings zum heftigsten Anstieg des gesamten Westweges ging, gönnten wir uns noch einmal eine kleine Verschnaufpause

kurz vor dem Haseneckle. Dieser Anstieg, der dann zum Farrenkopf hinauf folgte, (von ca. 250 auf ca. 800 Höhenmeter) hatte es wirklich in sich, zumal er noch teilweise sehr matschig und damit auch sehr rutschig war. Dankend nahmen wir deshalb auf dieser Bank Platz

 

und belächelten schnaufend und verschwitzt den Spruch und nahmen ihn mit bis in alle Ewigkeit. Und jedem, der nicht gern zu Fuß unterwegs ist, sei es ruhig noch mal gesagt: Nur wo man zu Fuß war, war man wirklich!

An der Büchereckhütte machten wir keine Pause, aber an der Hornberger Kolpinghütte, vor der man ganz bequem im Schatten der hohen Bäume ruhen und rasten kann. So gestärkt ging es dann weiter zum Färlefelsen, aber den besten Ausblick hatte man vom Karlstein aus, den wir wenig später schon erklommen.

Irgendwann am Nachmittag trudelten wir in der Silberberghütte

ein und da man hier nichts weiter unternehmen oder ansehen kann, verbrachten wir die restliche Zeit bis zum Einbruch der Dämmerung noch in geselliger Runde vor der Hütte.

 

 

 

 

Montag, 19. Mai 2014

Vesperstube Silberberg – Kalte Herberge 24 km

Tor Nummer Sieben folgte bei der Wilhelmshöhe,

wo wir hätten auch nächtigen können.

Auf dem Bohlenweg ging es später zum Blindensee, der ein verwunschener Hochmoorsee ohne natürlichen Abfluss sein soll und zum nahegelegenen Blindenhof gehört. Trotz der Geschichten, die sich um ihn ranken, sitzt man ganz gut dort

und kann der Stille lauschen, die über dem Moor liegt. Schon gespenstig teilweise und ich kann mir auch vorstellen, wenn die Nebel darüber wallen, du vielleicht denkst, eine knöcherne Hand könnte sich dir zum Gruß aus dem Moor entgegenstrecken … Aber es ist auch mal schön, nicht immer nur von hohen Tannen und dunklen Wäldern umgeben zu sein, sondern mal hier und da ein Löwenzähnchen

oder eine Sumpfdotterblume zu erblicken.

 

 

 

 

Nach der Weißenbacher Höhe kamen wir zur Martinskapelle,

wo wir kurz inne hielten und in uns gingen. Kurz nach der Kapelle trifft der Westweg auf die europäische Wasserscheide zwischen Donau und Rhein.

Dieses seltsame Gewächs

war wohl mal ein Baum und ist nun zum Sitzplatz umfunktioniert worden. Auch eine interessante Variante, einen Baum zu bearbeiten. Am Günterfelsen

dann haben wir uns wegen mangelnder Beschilderung verlaufen, aber dank modernem Smartphone recht schnell wieder auf „unseren“ Weg zurückgefunden.

Im „Berggasthof Brend“

gab es erst mal ordentlich was zu futtern, wobei wir schon einen ersten Blick auf den Feldberg erhaschen konnten. Ein schöner Weg

führte uns (mal nicht durch dichten Wald) schließlich an Furtwangen

 

 

 

vorbei bis zu unserem nächsten Etappenziel, der Kalten Herberge.

 

 

 

 

 

 

 

Dienstag, 20. Mail 2014

Kalte Herberge – Hinterzarten 19 km

Eigentlich wäre es heute wieder eine längere Etappe von ca. 26 km gewesen, aber wir hatten schon am Vortag beschlossen, zu schummeln und gleich bis Hinterzarten zu wandern, um uns danach erst Titisee anzuschauen. Im Wanderführer ist diese Etappe zwar so ausgelegt: Kalte Herberge – Titisee – Hinterzarten, aber man muss ja nicht alles so machen, wie es geschrieben steht 😉

Also wanderten wir bei herrlichstem Wanderwetter los

und genossen einfach zwischenrein die grandiose Landschaft.

Ja, wir schienen es regelrecht eilig zu haben, nach Titisee zu kommen, denn wir wanderten und wanderten und gönnten uns kaum Pausen. Eine kleine Snackpause haben wir dann doch bei den Schanzen auf dem Hohlen Graben eingelegt. Diese Schanzen gehören zu einer Verteidigungslinie aus den Zeiten des dreißigjährigen Krieges und sind auch heute noch sehenswert. An der Weißtannenhöhe hätten wir jetzt den Westweg bis Titisee weitergemusst, aber wie gesagt, schummelten wir und nahmen die „Abkürzung“ über die blaue Raute bis Hinterzarten. Da wir wieder einige Höhenmeter hinunter mussten, ging es auch gut steil bergab, aber die Sprungschanzen

rutschten bereits ins Blickfeld. Die letzten fünf Kilometer ging es noch mal richtig steil hinunter, was wir gut in den Knien und Schienbeinen zu spüren bekamen.

Aber froh gelaunt langten wir bereits am zeitigen Nachmittag im „Schwarzwaldhüsle“ an.

Das Hüsle ist zu allerliebst ganz im Stil des Schwarzwaldes eingerichtet und ausgestattet mit den herrlichen Dachschindeln aus Weißtanne.

Mit dem Bähnle fuhren wir dann später noch nach Titisee

 

und genossen Flair

und Charme dieser Schwarzwaldidylle dort.

Und hier in Titisee teilt sich auch der Westweg in die West- und die Ostvariante. Da wir uns aber die Westvariante vorgenommen hatten, Titisee uns nicht neu war, ließen wir das Stück von Titisee bis Hinterzarten aus und beschlossen, die Ostvariante vielleicht im nächsten Jahr zu gehen.

 

Mittwoch, 21. Mai 2014

Hinterzarten – Wiedener Eck 27 km

Leider musste Berni zurück nach Österreich, so dass wir alleine den Anstieg zum Gipfel wagten, denn es sollte auf den Feldberg hinauf. Also liefen wir ohne Berni los, warfen einen letzten Blick zurück auf Hinterzarten

und fühlten uns doch ziemlich einsam ohne sie

 

 

 

Aber wir kamen gut voran und die Landschaft

 

zeigte sich mal wieder von ihrer romantischen Seite.

 

 

 

 

 

Nach dem Rufensteg ging es dann ordentlich bergauf

und wir kamen erneut heftig ins Schwitzen dabei. Immer mal wieder konnten wir zwischenrein schon einen Blick auf den Gipfel

erhaschen, aber der Weg dahin zog und zog sich …

Am Feldseeblick hatten wir gehofft,

uns mal ausruhen zu können, aber Fehlanzeige. Keine Bank lud hier zum Rasten und Ruhen ein. Schade! Kurz vor dem Gipfel und mit einem Blick zurück und hinunter wussten wir auch, was uns die Atmung erschwerte: es war der Pollenflug

der Tannen (vielleicht kann man es noch auf dem Bild erkennen). Wahrscheinlich waren unsere Lungen so gelb wie unsere Jacken und Rucksäcke, was wir aber Gottlob abschütteln konnten.

Endlich waren wir auf dem Gipfel angelangt,

 

auf dem uns sogar noch einzelne Schneereste grüßten.

Eigentlich hatten wir hier eine längere Pause geplant, aber 1.) waren wir so

enttäuscht von der Kahlheit,

die hier oben herrschte und 2.) zog es wie Hechtsuppe, so dass wir uns schon recht schnell wieder an den Abstieg begaben. Der Abstieg war wesentlich angenehmer als der Weg hinauf. Aber auch hier hatte Lothar ordentlich gewütet und gab so den einen oder anderen Blick frei.

Das Goldene Kreuz

 

 

 

ließen wir rechts und die längste Baumbank

links liegen, bevor wir im „Berggasthof Stübenwasen“ auf Kaffee und Kuchen einkehrten.

Aber hier ist es schon deutlich zu spüren: die Berge werden weniger und die Landschaft öffnet sich.

Auf dem Notschreiweg über den Hundsrücken ging es nach Wieden, was wunderschön in einem bezaubernden Schwarzwaldpanorama gebettet liegt.

Aber dieses Wieden hat es auch in sich, denn es zieht sich von oben nach unten und durchs Tal durch. Da ist es also auch kein Wunder, dass zwischen den Hausnummern schon mal ein bis zwei Kilometer Straße liegen.

Bevor wir zu unserem Quartier, dem „Haus Talblick“

 

gelangten, mussten wir natürlich noch ein Tor passieren;

es dürfte wohl Tor Nummer Acht gewesen sein. Und wir hatten Glück mit unserer Übernachtung, denn diese lag oben (beinahe direkt am Westweg), so dass wir nicht erst hinunter ins Tal mussten

 

 

Donnerstag, 21. Mai 2014

Wiedener Eck – Wanderheim Stockmatt 22 km

Wegen Bauarbeiten geschlossen, hätte man sagen können, aber wir sind ja auf einem Premiumwanderweg unterwegs, den man wegen Baumfällarbeiten ja auch umleiten kann.

Dieser Umweg schlug dann gleich noch mal mit 2 km mehr zu Buche.

Auch wenn es nicht der originale Wanderweg war, aber der Schwarzwald

hat hier seinem Namen noch mal alle Ehre gemacht.

An der Krinne (das war dann wieder auf dem originalen Westweg) haben wir erst einmal verschnauft, ehe es dann hinauf zum Belchen ging. Dieser Anstieg war nicht ganz so heftig wie der zum Feldberg hinauf, aber hin und wieder konnte man einen beeindruckenden Ausguck genießen.

Am Belchenhaus

 

kehrten wir nicht ein, sondern machten uns gleich wieder an den Abstieg,

der als eine der schwierigsten Passagen des Westweges gilt. Und das ist nicht gelogen, denn wie der Aufstieg zum Farrenkopf hatte es auch dieser Abstieg in sich. Trittsicherheit ist hier unbedingt erforderlich!

Danach ging es weiter zum Hohenkelchsattel und an der Dekan-Strohmeyer-Kapelle

 

vorbei bis zum „Haldenhof“,

wo wir für Kaffee und Kuchen einkehrten.

Da das Hotel auf dem Blauen geschlossen hatte (und das schon seit längerer Zeit), verließen wir den Westweg am Kreuzweg zum Stühle, der einem auch interessante Sitzmöglichkeiten bietet.

Wir folgten also der Ausschilderung

 

 

 

 

des Wanderheimes Stockmatt

und kamen nach ca. drei bis fünf Kilometer dort an.

Eigentlich war für diesen Abend ein Unwetter vorhergesagt, aber wir blieben davon verschont und genossen den Abend in ruhiger Atmosphäre und erfuhren so auch von der Wirtin die Hintergrundgeschichte, die zur Schließung des Hotels auf dem Blauen geführt hat. Es ist nur schade, dass man dennoch nicht imstande ist, diesen Premiumwanderweg so zu verlegen, dass er einen gar nicht erst über den Blauen führt, denn weit und breit gibt es keine Unterkunft mehr dort.

 

Freitag, 23. Mai 2014

Wanderheim Stockmatt – Müllheim – (Karlsruhe) 16 km

Während unseres Frühstücks goss es noch in Strömen (das war der Rest des Unwetters, das für den Vorabend vorhergesagt gewesen war), aber als wir dann lostrabten, wurde es zunehmend weniger, der Himmel riss immer weiter auf,

so dass wir uns schon eine Stunde später unserer Regensachen entledigen konnten.

Da es leider heute schon heimgehen musste, konnten wir also die letzte Etappe nicht bis zum Schluss gehen und waren nun nicht mehr auf dem Westweg unterwegs, sondern folgten der gelben Raute bis zum Lipple. Auch wenn wir nicht da hinauf konnten, konnten wir doch noch einen guten Blick auf den Blauen erhaschen

und genossen noch einmal den Schwarzwald

 

in all seiner Schönheit.

 

 

An der Holzhütte

mit den markant blau glasierten Ziegeln wechselten wir dann auf die blaue Raute. Dieser folgten wir bis Egerten, wo wir erneut auf die gelbe Raute wechselten, die uns schließlich nach Badenweiler führte,

das wir zur schönsten Mittagszeit und bei herrlichstem Sonnenschein erreichten.

 

Badenweiler ist auch ein sehr schmuckes Städtchen

und hätten wir mehr Zeit gehabt, wir wären noch eins, zwei Nächte hier geblieben.

Aber die Zeit drängte, unser Zug fuhr von Müllheim,

 

 

also wanderten wir weiter der gelben Raute nach bis Müllheim,

 

von wo uns der Zug dann am frühen Nachmittag zurück nach Karlsruhe brachte.

 

 

 

 

Westweg – Ostvariante

Samstag, 06. Juni 2015

Titisee – Feldberg (Ort) ca. 12 km

Wir wollen ja niemandem verheimlichen, dass sich der Westweg in Titisee teilt … Da wir ja letztes Jahr bereits die Westvariante kennengelernt haben, wollten wir dieses Jahr nun auch noch die Ostvariante in Augenschein nehmen. Und weil Titisee

einfach ein tolles Ausflugsziel für jung und alt ist, waren wir schon zwei Nächte früher angereist, um mal wieder durch dieses wunderbare Städtle zu flanieren. Na ja, eigentlich haben wir das gleich noch mit einem Abstecher zum Schluchsee verbunden,

 

der auch ein lohnendes Ausflugsziel darstellt.

 

Nun gut, jedenfalls ging es am Samstag dann wieder auf Tour und bei herrlichstem Sonnenschein

 

wanderten wir erst am Titisee

 

entlang, mussten durch den Campingplatz

 

 

durch und wurden dabei immer wieder von Radlern

 

an die Seite geklingelt, obwohl ja hier die Fußgänger

 

eindeutig „Vorfahrt“ haben

Dieser Weg am See entlang

 

 

läuft sich wirklich prima

 

 

und man kann ein paar tolle Ausblicke

zwischenrein genießen.

 

Am Bahnhof Bärental

 

(der höchstgelegene der DB) gab es erst einmal eine erfrischende Schorle, ehe es dann gemütlich

 

 

 

im Sonnenschein auf unterschiedlichsten Wegen weiterging.

 

 

 

 

 

Der Zweiseenblick

war so belagert, dass wir dort nicht pausierten, sondern weiter durchs Moor

 

über die Bohlen stapften

 

 

 

 

 

 

und kurze Zeit später wieder einen romantischen Blick ins Tal geboten bekamen.

Am frühen Nachmittag schon erreichten wir Feldberg (Ort)

 

und telefonierten mit dem Wirt von unserer Unterkunft „Berggasthof Wasmer“,

 

da er selbst erst später vor Ort sein konnte. Aber er hat uns den Schlüssel für die Unterkunft hinterlegt gehabt, so dass wir schon aufs Zimmer und uns frisch machen konnten.

Danach begaben wir uns auf einen kleinen Spaziergang

durch den Ort,

 

der aus gefühlten fünf Häusern besteht. Immerhin verläuft die Schneespur

 

im Winter über die Straße, was zwar im Sommer sehr lustig aussieht, im Winter jedoch sehr hilfreich ist. Auf den Feldberg selber wollten wir nicht erst hinauf, da wir die Besteigung ja letztes Jahr schon vorgenommen hatten.

 

 

Sonntag, 07. Juni 2015

Feldberg (Ort) – Weißenbachsattel ca. 16,5 + 2 km

Es war so richtiges Bilderbuchwetter, passend für ein paar tolle Aufnahmen, natürlich gleich als erstes vom Feldberg.

 

Ist ja auch eine herrliche Gegend hier, wenn nur der Gipfel nicht so kahl wäre …

Aber überall, wo wir auch lang liefen, erinnerten uns die Schilder daran,

 

dass wir uns im Wintersportgebiet aufhielten.

 

Das war mir bei der Westvariante des Westweges nicht so aufgefallen oder ist diese Seite vom Feldberg wintersportlich mehr frequentiert? Dennoch seltsam, als ob man Sport nur im Winter betreiben kann … Dabei kann wandern

 

im späten Frühjahr genauso schön und erholsam sein.

Gut, manchen Schildern

sollte man jetzt nicht unbedingt folgen, aber einigen dann schon,

 

um irgendwann mal ans Ziel zu kommen.

Aber ab und zu ein Päuschen

muss mal sein – man will ja auch die Landschaft genießen und nicht einfach nur durch hasten, als ob man auf der Flucht wäre.

Der Untere Himmelreichweg führte uns

 

 

 

ein gutes Stück hinauf, wo Lothars Schäden

vom Dezember 1999 noch immer zu sehen sind.

Was wir echt schade fanden, war die Tatsache, dass es keine einzige Einkehrmöglichkeit auf dieser Etappe gab, nur ein riesiges Wegekreuz

lud zur Mittagszeit zum Verweilen ein. Da wir aber nicht gern unter Kreuzen sitzen, folgten wir dem nächsten Schilderwald

bis nach Weißenbachsattel. Hätten wir allerdings gewusst, dass man in Weißenbachsattel auch nächtigen kann, wären wir doch dort geblieben. So tranken wir nur unseren Kaffee und machten uns danach noch mal auf die Socken, um zu unserer Unterkunft, dem „Schwarzwaldgasthof Waldfrieden“

 

in Todtnau-Herrenschwand zu gelangen, was gute zwei Kilometer von Weißenbachsattel entfernt liegt.

Auch wenn es etwas abseits des Westweges liegt, so ist es doch recht idyllisch

 

da und eine Kneippanlage

 

 

 

verführt zu einer Proberunde

 

 

unweit des Hotels.

 

 

 

 

 

Montag, 08. Juni 2015

Weißenbachsattel – Schopfheim ca. 27 km

Heute starteten wir bei totalem Nebel,

der sich auch tagsüber nicht so richtig verziehen wollte. Eigentlich waren wir es gewohnt, dass der Weg durchs Tor führt, aber irgendwie führte diese Passage unterhalb des Tores vorbei.

 

Die ersten paar Kilometer ging es rauf und runter

und die Sonne wollte auch nicht richtig durch die Wolkendecke kommen, so dass wir auf dem Lebküchleweg

 

nur kurz pausierten.

 

Nein, die Sonne wollte heute wirklich nicht rauskommen, denn umgeben von Nebelschwaden

wanderten wir durch den Schwarzwald,

 

der nun beinahe etwas Märchenhaftes

 

 

 

 

an sich hatte. Wenn jetzt noch Rotkäppchen oder die sieben Zwerge aufgetaucht wären, wäre das Szenario perfekt gewesen. So aber wanderten wir und wanderten und wunderten uns, dass es wieder keine Einkehrmöglichkeit unterwegs gab. Das war nun schon der zweite Tag in Folge, wo es nix zu nagen unterwegs gab. Und das, finde ich, sollte auch im Wanderführer erwähnt werden, damit man sich vorher dementsprechend mit einem Vesperpaket versorgen kann.

Am späten Nachmittag erreichten wir die Hohe Möhr (nein, das „e“ hat man nicht vergessen ;-)),

dessen Turm wir aber nicht besteigen wollten, da der Anstieg hier hinauf uns schon genug Kraft gekostet hat.

Irgendwann jedoch ging es raus aus dem Wald und wir konnten Schweigmatt

 

schon von weitem erkennen, dass sich aber noch in Dunst hüllte. Ich weiß nicht,

wie groß Schweigmatt ist, aber mehr als fünf Häuser kann es nicht haben, so schien es mir. Immerhin hat es ein Restaurant,

 

was montags mal nicht geschlossen hat, in dem wir dann erst mal ordentlich Kaffee und Kuchen bekamen.

Witzig, nicht? Das hier ist kein Unfall,

das gehört zur Ausstattung des Berggasthauses dazu und lässt wohl jeden Besucher erst mal stutzen.

So, eigentlich hätten wir auch jetzt bis Hasel gehen können (so, wie es der Wanderführer vorgesehen hat), aber wir wollten mal wieder Zivilisation um uns spüren, so dass wir bis Schopfheim gingen. Da wir aber erst nach 17 Uhr dort eintrudelten, waren natürlich die Touristeninformation und das Rathaus bereits geschlossen. Also nutzten wir wieder unser Smartphone, das uns zum „Cityhotel“ führte. Gut, es war nicht ganz billig, aber der müde Wanderer hat nicht wählerisch zu sein! So richtig viel gesehen haben wir nicht von Schopfheim, aber prima geschlafen haben wir in diesem riesigen Eckzimmer mit kleinem Erker und das ist die Hauptsache

 

Dienstag, 09. Juni 2015

Schopfheim – Rheinfelden ca. 22 km

Auch heute kam die Sonne nicht richtig durch, aber es war ein angenehmes Laufen bei ca. 17° C und einem herrlichen Panorama.

Es war zwar noch hügelig, aber man merkte schon deutlich, wie der Wald schwand und die Landschaft sich öffnete.

Was wir total bemerkenswert fanden, ist die Tatsache, dass das hier mal eine Etappe ist, auf der man auch an Ruhepausen gedacht hat.

Wirklich bemerkenswert und danke dafür

 

 

 

 

Bei der

Hohen Flum hab ich wunder gedacht,

 

 

was das sein mag,

 

 

aber nach Besteigung des Turmes

war ich begeistert von dem Ausblick, den man von oben hat.

In Oberminseln (also Orte gibt es …) wollten wir eigentlich ein Käffchen trinken, aber da wir schon mittags dort waren, das Gasthaus

 

erst ab 16 Uhr öffnet, war das wohl nix mit einem Päuschen.

Am Kapellchen

vorbei führte noch der originale Westweg, aber kurz danach hat man den Weg einfach verlegt (was ein Plus von 2 km ausmachte), wegen dem Ausbau der A98.

 

Es war leider nur teilweise ein schöner Weg,

 

 

 

 

denn die meiste Zeit führte er

neben der Autobahn entlang 🙁

 

 

In Eichsel dachten wir im „Gasthaus zum Wilden Mann“ mal rasten zu dürfen (schließlich machte uns ein riesiges Reklameschild am Ortseingang darauf aufmerksam), aber dass die dienstags Ruhetag haben, davon stand auf dem Werbebanner nichts. Gehört aber dahin, ebenso die Entfernungsangaben, denn den knappen Kilometer hätten wir uns echt sparen können!

Leicht angesäuert über so viel Unverstand wanderten wir weiter und erreichten am Nachmittag schon Rheinfelden. Die Touristeninformation nannte uns das „Hotel Sängerheim“ als Übernachtungsmöglichkeit. Das hat aber erst ab 17 Uhr geöffnet, das „Hotel Garni“ war ausgebucht, so dass wir letztlich im „Hotel Danner“

unterkamen. Also ich muss schon sagen, dass ich für 99 Euro aber besser und luxuriöser genächtigt habe, denn das Zimmer unterm Dach war stickig, das Dachfenster defekt, d. h. man konnte es auch bei tropischen Temperaturen nicht geöffnet lassen und die letzte Renovierung lag schon ein paar Monde zurück. Das einzig neue Möbel war das Bett. Trotzdem folgten wir dem Rat der Dame aus der Touriinfo und stiefelten nach der Dusche noch mal los, um uns die schweizerische Seite von Rheinfelden anzusehen. Und das war ein prima Tipp, denn dieses Rheinfelden

 

in der Schweiz

 

hat einiges an historischem

 

Gemäuer zu bieten.

 

 

 

Was auch peppig anzuschauen war, waren die verzierten Abfallbehälter.

Das fand ich mal eine richtig tolle Idee und gehört eigentlich in jeder Stadt so gemacht. Das macht das Leben bunter

 

 

und das Entsorgen des Mülls nicht so eintönig.

 

 

Während das Leben sich auf der deutschen Seite des Flusses abspielte, wirkte das hier auf der schweizerischen Seite wie ausgestorben. Ebbe, Flaute, nix los hier. Hier kannst du durch die Gassen flanieren, ohne angerempelt und geschubst zu werden. Klar, das Leben ist doch für die Schweizer auf deutscher Seite viel billiger, da würde ich hier auch nicht daheim hocken und schon gar nichts kaufen hier für teure Fränklis. Das gibt es in Deutschland für die Hälfte – kein Wunder also, dass dort die Hotelpreise in die Höhe schnellen …

 

Mittwoch, 10. Juni 2015

Rheinfelden – Weil am Rhein ca. 19 km

Klar, es geht auf die Grenze zu, und wer steht im Stau?

Wir jedenfalls nicht Wir durften über die Autobahn marschieren und sollten uns doch nicht zu früh freuen, denn der nächste heftige Anstieg folgte alsbald, weil es zum Eigenturm hinauf ging.

Aber schnell waren die Strapazen vergessen und der Schweiß getrocknet bei solch einer grandiosen Aussicht.

Es war kein blauer Himmel und die Sonne kam auch nicht durch die Wolken, aber es war trocken bei angenehmen 20° C, so dass uns der Matsch

nur geringfügig störte.

Hier muss vor kurzem erst jemand vorbei sein, denn die Kerzen brannten noch, so dass auch wir kurz innehielten und unseren Ge(h)danken freien Lauf ließen.

Danach folgte ein wirklich schöner Weg

 

bis hin zum „Landgasthof Rührberger Hof“,

wo wir lecker Kaffee genossen. Was wir allerdings nicht verstehen, ist die Tatsache, dass dieses Gasthaus (mit Fremdenzimmer) nicht im Wanderführer angezeigt ist, obwohl es direkt am Westweg liegt?!

Von der einstigen Grenze zur Schweiz blieb nur noch diese Schranke

übrig und es war schon ein komisches Gefühl, so einfach an der einstigen Grenze entlang zu wandern. Aber es war ein anspruchsvoller Weg,

der dann folgte und uns wieder auf die Höhe scheuchte. Manchmal war es wirklich nicht mehr als ein schmaler Pfad am Abgrund,

auf dem wir uns bewegten. Dafür wurden wir am Hornfelsen

 

 

mit einem zauberhaften Weitblick belohnt, wo man schon einen Teil von Basel erblicken konnte.

 

Ich hatte nun eigentlich geglaubt, wir wären gleich am Ziel gewesen, aber bis zu unserer „Pension Ziegler“

in Weil am Rhein zog es sich noch mal ein ordentliches Stück. Von Weil am Rhein hatte ich mir mehr erhofft, aber da es noch eine recht junge Stadt ist, in der man ein Faible für Stühle

 

zu haben scheint und wo der Adler

 

gleich neben dem Spatz daheim ist, kann es sich ja noch zur Metropole mausern 😉 Angefangen hat man ja schon mal mit der Dreiländerbrücke, die Deutschland mit Frankreich und der Schweiz verbindet. Eine nette Idee, zumal die Friedensbrücke nach Frankreich nicht weit entfernt ist. Was ich allerdings bemerkenswert finde, ist die Hauptstraße mit mehr als 400 Hausnummern! So was kenne ich nur von Amerika, aber wenn du diese Straße lang flanierst, hast du den Eindruck, als ob die Straße nie enden würde.

 

Donnerstag, 11. Juni 2015

Weil am Rhein – Basel ca. 10 km

Immer schön am Rhein entlang –

so wirst du irgendwann nach Basel gelangen, dachten wir und so war es auch. Aber ich muss sagen, es war ein angenehmes Gehen,

 

 

nur mit der Beschilderung

 

 

 

klappte es nicht mehr ganz so. Nach Karlsruhe

zurück wollten wir jetzt eigentlich noch nicht und schon gar nicht auf der Autobahn, denn Basel lockte noch 😉 Und ich war auch echt enttäuscht, dass kein einziger Hinweis auf das Ende oder den Beginn des Westweges in Basel am Badischen Bahnhof zu finden war.

 

 

 

Also entweder haben wir es übersehen oder es gibt tatsächlich nichts dergleichen. Schade eigentlich.

Dafür ist Basel

sehenswert

und eine total quirlige Stadt; multikulti sowieso. Und früh am Morgen schon so energiegeladen, dass man sich fragt, ob die Leute nichts zu schaffen haben, weil sie alle durch die Straßen und Gassen wuseln. Lange jedoch blieben wir nicht dort, denn 1.) ist es ein teures Pflaster für uns Deutsche und 2.) ging unser Zug am späten Mittag nach Überlingen am Bodensee,

denn dort hatten wir noch die nächsten zwei Nächte zur Erholung

 

 

 

von der Ostvariante des Westweges gebucht 😉

Mein Tipp für diesen Premiumwanderweg: Ost- und Westvariante des Westweges als Rundwanderweg kombinieren, dann macht es wahrscheinlich noch mehr Spaß und die Wanderung interessanter. Viel Spaß dabei

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